Fachwissenschaftlicher Seminarschein   „Interkulturelle Kompetenz“ (10 > 18 Uhr)

Seminarinhalte:

Was ist Kultur? – Was sind Kulturstandards? – Wie definiert man „Normalität? – Verbale und nichtverbale Kommunikation – Der Faktor „Zeit“ als wichtiger Bestandteil  der nichtverbalen Kommunikation – Menschen mit „monochronem“ und solche mit „polychronem Zeitverhalten – Wie wirkt sich dieses unterschiedliche Zeitverhalten ganz konkret auf Gespräche und Verhandlungen aus?

Der Arbeits-, Kommunikations-, Diskussions- und Gesprächsstil deutscher Geschäftsleute und Manager – Markante Beispiele für Informationsverluste und Bruch von Aktionsketten – das Ritual von Geschäftsessen – Werbung im Ausland – wichtige Empfehlungen an deutsche und nichtdeutsche Geschäftsleute.

Fallstudien aus der langjährigen Exportpraxis des Dozenten und Erfahrungen aus der Interaktion zwischen deutschen und nichtdeutschen Verhandlungspartnern und vieles andere mehr…….


Was passiert eigentlich bei geschäftlichen Kontakten zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten und Kulturen? Nun, jeder von ihnen verhält sich zunächst so, wie er es gewohnt ist, d.h. wie sich ein Deutscher, Franzose, Italiener, Brite, Spanier, Amerikaner, Araber  etc. etc. eben in einer bestimmten Situation innerhalb seines eigenkulturell geprägten Orientierungssystems üblicherweise verhält.

Weil jedoch der fremdkulturell geprägte Partner ebenfalls sehr typische Verhaltensmuster und Handlungsweisen hat, beide Partner aber im Geschäftsleben bestimmte Ziele erreichen wollen, entstehen interkulturelle Missverständnisse speziell dort, wo sich Unterschiede zwischen der z.B. als deutsch definierten Normalität und der z.B. als französisch oder brasilianisch definierten Normalität ergeben. Diese Missverständnisse, die ich im Seminar an OFT vorkommenden Beispielen detailliert aufzeigen werde, verursachen nach Schätzungen jedes Jahr Milliardenverluste und werden manchmal sogar in der Tagespresse publiziert.

Gerade scheinbar unwichtige Kleinigkeiten können schwerwiegende Folgen haben und man kann sich leicht vorstellen, dass beabsichtigte Ziele ins Gegenteil verkehrt werden und selbst fortgeschrittene Gespräche und Verhandlungen scheitern können, wenn im Kommunikationsablauf Störungen auftreten, die zumeist nicht einmal beabsichtigt sind, sondern nur deshalb auftreten, weil eben jeder seine Normalität ganz unbewusst definiert und ihr ungefiltert und nichts ahnend freien Lauf lässt.

Das eigentlich Schwierige bei Kontakten mit ausländischen Geschäftsleuten ist, dass die deutsche „Normalität“ (und Erwartungshaltung) meist nicht mit der Normalität anderer Völker übereinstimmt – und umgekehrt. Der interkulturell Unerfahrene, Ungeschulte meint also, das im eigenen Land allseits akzeptierte Verhalten und Handeln funktioniere automatisch auch in anderen Ländern, in anderen Kulturen.

Kulturelle Unterschiede können auch nicht – wie oft angenommen – durch Englisch als gemeinsamer Verhandlungs- und Vertragssprache überbrückt werden, weil Englisch in vielen Fällen für beide Partner Fremdsprache ist, „steril“ wirkt nicht zum Herzen des Partners führt und gerade die Entscheidungsträger häufig nicht ausreichend gut Englisch sprechen. Die entscheidenden Weichen werden aber allzu oft im Vier-Augengespräch zwischen den Chefs gestellt, vor allem bei festgefahrenen Verhandlungen, weshalb wirklich gute und dauerhafte Ergebnisse oft nur über die Kenntnis der Landessprache erzielt werden können, die weit besser als Englisch ein  wirklich gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen vermag.